Ulrich Riedel

Über den Künstler

Ulrich Riedel ist einer jener viel versprechenden Künstler, die – obwohl noch ganz am Anfang ihrer Karriere – bereits jetzt Großes erwarten lassen. Geboren 1979 in Berlin-Mitte, begann er früh, sich mit philosophischen und kunsthistorischen Themen auseinanderzusetzen, bevor er 2002 sein Studium der Bildenden Kunst an der UdK Berlin aufnahm. Zu seinen Professoren zählen Superstar-Künstler wie Tony Cragg oder Florian Slotawa, die ihn im Laufe seiner Entwicklung geprägt und gefördert haben.Doch Ulrich Riedel hat längst seine eigene Bildhauer-Sprache gefunden. Sein künstlerischer Ansatz liegt in einer der Grundfesten unserer Zivilisation: Dem geschriebenen Wort. Diesen scheinbar unwiderruflichen Kommunikations-Konsens rückt der junge Künstler in völlig neue, skulpturale Dimensionen. So hat er ein eigenes Kunstalphabet entwickelt, in dem jeder Buchstabe unseres Schriftalphabets der Form eines Würfel-Teilstücks entspricht.

 

Sätze wie „I have nothing to say“ oder „Deo Optimo Maximo“ übersetzt Riedel mithilfe seines Würfelalphabetes in präzise gearbeitete Formengebilde aus Holz und Metall – verschlüsselt und für Eingeweihte dennoch lesbar. Auch andere quasi-heilige Symbole unserer Gesellschaft, etwa den allgegenwärtigen Apple-Computer der Kreativwelt, stellt Riedel in ein fremdes Licht. Ein nachgebautes Gehäuse des Kult-Apple „Mini Mac“ nutzt er beispielsweise als Projektionsfläche für „S M L XL“, die weltweite Bezeichnung für Konfektionsgrößen.Ulrich Riedel gelingt es auf frappierende Weise, die nicht-hinterfragten Zeichen und Symbole unserer Zeit zu entcodieren, um sie damit auf eine neue mystische Ebene zu heben: die der zeitgenössischen Kunst. Riedels Wand- und Raumskulpturen überzeugen mit höchster formaler und inhaltlicher Ästhetik, die uns zum Forschen, Lesen und Nachdenken bringt – und in der wir uns gelegentlich verlieren. Ein faszinierendes Spiel aus Logik und Geheimnis, aus Formensprache und bildhauerischer Qualität, das manche Fragen beantwortet und viele neue in den Raum stellt.