Salzburg 27.11.2015 - 16.01.2016

Es ist die Natur, die Gisela Krohn beschäftigt, die Natur, in ihrer ursprünglichen Form, in ihrer Funktion, in ihrer Vielfalt: Vor allem sind es immer wieder Bäume, Alleen, von denen es in Brandenburg so viele gibt, Wald und Wolken. Die Natur ist dabei verfremdet und doch gleichzeitig Natur. Die Bilder sind voller Licht, voller Farbe.

 

Natur ist das große Thema der Künstlerin: „Was ich immer darlegen möchte, ist, dass die Natur einen Wert an sich hat – unabhängig davon, ob sie vom Menschen nutzbar gemacht werden kann oder nicht.“ Die Bilder Gisela Krohns sind wirklich und gleichzeitig fern der Realität, die Natur scheint für sich, der Mensch kommt zunächst nicht vor. Die Alleen sind menschenleer, kein Auto zerschneidet die Natur. Kunst ist für Gisela Krohn nicht Abbild, nicht deskriptiv, nicht antwortend, sondern unsagbar: „Zunächst möchte ich einmal betonen, dass es aus meiner Sicht nicht Aufgabe der Kunst ist, eindeutige Antworten auf Fragen zu finden. Entscheidend ist aus meiner Sicht, dass es im Kunstwerk möglich ist, auch das Ambivalente, das Widersprüchliche, das Paradoxe, das Ferne und Nahe, das Weite und Enge und auch das Mystische zum Ausdruck zu bringen. Das unterscheidet gerade die Malerei von der Sprache, selbst noch von der poetischen, mit der sie aus meiner Sicht zugleich eng verwandt ist. In der Sprache kann man die Dinge nicht alle auf einmal, alle zusammen, sondern nur nacheinander sagen. Und das Vage, das Dunkle, und Mystische birgt einen Moment von buchstäblicher Unsagbarkeit in sich und entzieht sich der Sprache. In der Kunst haben wir jedoch die Möglichkeit, in gewisser Weise auch das Abwesende zur Darstellung zu bringen. Ich denke da zum Beispiel daran, dass auch in einem Gespräch ein Moment des Schweigens eine große Bedeutung haben kann. Aber das Schweigen lässt sich eben als solches nicht aussprechen, nicht sagen. Anders verhält es sich in der Malerei. Der Mensch ist in meinen Bildern gleichsam schweigend – durch seine Abwesenheit hindurch – anwesend. Durch diese schweigende Anwesenheit hindurch möchte ich den Betrachter in die Tiefe der Natur hineinziehen und darin zugleich mit sich selbst – mit seiner eigenen Natur – konfrontieren“, sagt Gisela Krohn.

 

Natur: Gefühle und Stimmungen

 

In ihren Bildern tritt demnach das Sicht- und Sagbare in einen Dialog mit An- und Abwesenden. Oder zumindest bieten sie die Möglichkeit dazu. Das Ewige und das Wiederkehrende, gleichsam das Bewahren der Schöpfung ist ihr Thema, die Natur im Menschen für sie selbstverständlich: „Unsere Körper und vor allem unsere Gefühle und Stimmungen – all das ist ja auch Natur. Natur ist so gesehen die Seele des Menschen