Wien 15.09.2015 - 08.11.2015

Stardust

 

In Adrienn Kiss‘ Werk wird nichts dem Zufall überlassen, - schon gar nicht die Titel ihrer Werke oder ihrer Ausstellungen. Sie werden sorgfältig ausgewählt und haben meist deskriptiven Charakter, wobei die Kenntnis von Ikonen der Pop- und Rockmusik, vor allem der 1980er und 90er Jahre, wie The Smiths, Pixies oder Nirvana etc. vorausgesetzt wird. Die Wahl der Bildtitel spiegelt auch wider, dass während des Schaffensprozesses viel Musik gehört wird und diese das Werk beeinflusst. Somit ist „Stardust“ der Titel einiger Werke und zugleich auch Programm: Die Ausstellung zeigt Partikel von durch Zeit und Raum weit entfernt verstreuten Bestandteilen, aus denen das Universum der Künstlerin zusammengesetzt ist. Nicht ganz ironiefrei wird dabei auch viel Staub von Stars aufgewirbelt.

 

Für die Ausstellung greift Kiss scheinbare Mainstream-Themen wie Fußball, Autos, TV-Serien oder Musikstars auf, die in ihrer Zusammenstellung aber nicht unproblematisch wirken. Das Nebeneinander männlicher Attribute und Gruppierungen, wie Müllmänner, Polizei- und Fußballmannschaften etc. spielt mit unseren sich permanent wandelnden Vorstellungen von Geschlecht, Identität und Symbolen. Hier wird ein zentrales Thema ihrer Arbeit deutlich. Dabei ist die Darstellung von Tom Selleck als „Magnum“ mit dem Titel "Work hard - play hard" nur ein Aspekt übertriebener Maskulinität mit Schnurrbart, zur Schau gestellten Brusthaaren oder Ferrari-Besitz.

Daneben zeigt sich der Einfluss der Musik auf die Entwicklung der Künstlerin in den Abbildungen von Rockgrößen wie Patti Smith, Cat Power oder die Breeders. Sie alle wurden als KünstlerInnen und „Stars“ selbst zur Inspirationsquelle und führen ein unabhängiges Eigenleben in den Bildern von Adrienn Kiss.

 

Alicia Ysabel Spengler

Kunsthistorikerin