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- Stefan WYKYDAL - 'Malerei 2001-2005'
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- KUNST WIEN im MAK von 7. bis 10. Oktober
- Katharina PRANTL - 'Im Steinbruch - der See'
- Tom FLEISCHHAUER - 'Lichtblicke'
- Daniel BOTTERO - 'SIGNS'
- Eröffnungsausstellung Galerie Frey
Veronika DIRNHOFER
20.03.2007 - 27.05.2007
"Fliehkraft"
Fliehkraft Der Titel dieser Ausstellung von Veronika Dirnhofer versinnbildlicht ganz wunderbar den Eindruck, den wir beim Betreten der Räume erhalten: man versinkt in einem Strudel sich in alle Richtungen bewegender Formen aller Art, die den frischesten Farben schillern, sich über die Leinwände hinweg ausdehnen möchten, es manchmal sogar tun, sich verteilen, uns locken, umgarnen und wieder freigeben, um gleich wieder im nächsten Bild zu versinken. Dazwischen stille Kerne, Augen des Sturms, Zentren, oder Ausschnitte, von der Ferne hierher in den Vordergrund geholt, kontemplativ, konzentriert. Veronika Dirnhofer tritt in ihren neuen Bildern als eine von allen Zwängen befreite, mutige, malerisch intuitive und sensible Malerin auf und beeindruckt durch eben diese Freiheit der Malerei und der Verwendung der Materialien, nicht nur auf der Leinwand, sondern über diese hinausgehend durch Rauminstallationen, Objekte und Raumgestaltungen. Dennoch ist hier Malerei in reinster Form zugegen. Nicht das Bild im Kopf wird durch die Malerei verwirklicht. Die Malerei ensteht von selbst, in einem völlig freien und assoziativen Schaffensprozeß auf der Leinwand und/oder der Umgebung dieser. Die Bilder haben lange Reisen, manchmal auch im wahrsten Sinn des Wortes, hinter sich. Die Künstlerin arbeitet meist an mehreren Bildern gleichzeitig, beginnt hier, setzt dort fort, transportiert das Bild auch einmal an einen ganz anderen Ort, um neue Eindrücke hereinzulassen, und dann wieder zurück, bis der visuelle Ausdruck für sie zufriedenstellend ist. Es ist zugleich eine Verbeugung vor der Malerei und ihren Möglichkeiten, aber auch ein selbstbewusstes, fast brutales Ausnutzen dieser Möglichkeiten. Während des Malprozesses ist die Leinwand die Bühne, auf der sich die Einflüsse, die zu diesem Zeitpunkt auf die Künstlerin einwirken, ihre Visionen, ihre Assoziationen, direkt und unbewusst auf dieser Bühne materialisieren. Im Dialog mit der Malerei ensteht so langsam der endgültige Ausdruck eines sehr persönlichen Universums. Ein Universum, das nicht nur die persönliche Situation der Künstlerin, ihre Rolle als Mutter mit Kindern und Familie reflektiert, sondern auch ihr gesellschaftliches Engagement widerspiegelt. Im Gegensatz zu früheren Arbeiten ist die Rolle der Frau jedoch nicht so stark im Vordergrund, eher meint man Gefühle und persönliche Erlebnisse wiederzufinden. Die Malerei wird hier zu einer anderen Form der Sprache, die die Auseinandersetzung mit der Realität ausdrückt. Nur in der Malerei ist es möglich, soviele verschiedene Eindrücke visuell auszudrücken, ohne irrational zu scheinen. Und dies ohne Grenzen. Schon seit längerem überschreitet Veronika Dirnhofer die Grenzen der Malerei auch räumlich ganz bewusst. In der Zusammenarbeit mit anderen Künstlern, denen Sie erlaubt, in ihre Arbeit einzudringen, oder mitzuwirken, breiten sich ihre Bilder aus, sie verschmelzen mit der Umgebung, mit anderen Arbeiten, mit dem Raum. Hier in der Galerie Frey hat die Künstlerin einen ihrer Kollegen, Michael Koch, gebeten, den Abgang in den unteren Stock zu gestalten. Durch die großen, zum Teil geometrischen Farbflächen, hat man den Eindruck, Teile aus Veronikas Bildern hätten sich verselbstständigt, vergrössert und hier in diesem Stiegenabgang ein Eigenleben entfaltet. Ein Raum, der üblicherweise mit Bildern wie auf Stiegenabgängen üblich behängt ist, zu einem Erlebnis von Form und Farbe macht. Abgesehen von der Einbeziehung anderer Künstler in ihre Arbeit, überschreitet Veronika Dirnhofer schon seit einigen Jahren immer wieder die Grenzen der Leinwand, indem sie Wände miteinbezieht oder gleich ganz bemalt, oder so wie hier aus der Leinwand ein Objekt, den Sandsack, den wir alle mal gerne bearbeiten würden, oder gar, unter Hereinnahme von realen Objekten wie den herrlichen Gartenplastiksesseln und den Äpfeln, eine andere Wirklichkeit, einen Garten, schafft, in dem es sich herrlich träumen liesse. Das Besondere an den Arbeiten von Veronika Dirnhofer ist, dass sie uns nicht nur für ein paar Minuten faszinieren, sondern in eine Welt entführen, die es langsam zu entdecken gilt, Blick für Blick, Tag für Tag. Sie lässt uns aber auch das Medium der Malerei in all seinen Möglichkeiten visuell und sinnlich erfahren, man spürt förmlich die Farbe, und erlebt die Formen fast körperlich. Diese Intensität ist es, die ich so faszinierend finde und ich möchte Sie einladen, hineinzuspüren in diese Malerei. Lassen Sie sich hineinziehen in diesen Strudel, und weitertreiben, lassen Sie sich gehen, und befreien. Mag. Andrea Jungann



